Wohnen mit Generationen

Im Tröglitzer Ortsteil Burtschütz entsteht derzeit ein Mehrgenerationenhof. Die Hofbewohner wollen in den Ort und die Region hineinwirken und das Leben der Menschen bereichern.

Im Tröglitzer Ortsteil Burtschütz passiert im Moment einiges. Auf einem großen Vierseithof, ein Stück hinter der Kirche, wimmelt es nur so von Handwerkern und Baufirmen. Dort entsteht ein Mehrgenerationenhof für Familien, Alleinstehende und Senioren. Die ersten Familien sind schon eingezogen und wenn alles fertig ist, soll der Hof 20 Wohneinheiten umfassen. 

Raum für Gottes Liebe 

Auf den Hof gekommen ist auch Johannes Alex. Er war bis zum Sommer Pfarrer im Bereich Schkölen-Osterfeld. Gemeinsam mit Gemeindepädagoge Meik Franke will er den Mehrgenerationenhof Burtschütz zu einem gemeinsamen Lebensort entwickeln. Ihren Glauben wollen die beiden aktiv in ihre Arbeit einbringen. Das Projekt ist als „Erprobungsraum“ der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland anerkannt. Das heißt, Johannes Alex und Meik Franke dürfen und sollen neue Wege kirchlicher Arbeit ausprobieren. „Es geht darum, wie Gottes Liebe für Menschen heute (wieder) erlebbar und spürbar wird“, sagt Johannes Alex und ergänzt: „Wir werden nach Formen suchen, wie wir im Alltag miteinander unseren Glauben leben können, z.B. mit Andachten, Gesang, neueren Gottesdienstformen oder anderem."

Gemeinschaft im Alltag

Ein wichtiger Baustein der Arbeit ist das Zusammenleben auf dem Hof. Hier soll eine Hofgemeinschaft wachsen, in der nicht jeder für sich lebt, sondern in der man aneinander Anteil nimmt. Ganz normal im Alltag: das Pläuschchen auf dem Hof, beim Einkauf helfen, die Kinder vom Nachbarn mal betreuen, zusammen essen, ein Hoffest feiern. Gemeinsam ist besser als einsam. 

Viele neue Ideen

Sein Wunsch ist es, dass der Hof nicht eine „Insel der Seligen“ wird, sondern in den Ort, in die Kirchengemeinden und die Region ausstraht. Die Gemeinschaft möchte das Leben der Menschen rundherum ein wenig bereichern – und denkt dabei etwa an Behördenhilfe oder Schuldnerberatung, Ferienangebote für Kinder, einen Weihnachtsmarkt, Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen. Sie können sich aber auch den Aufbau einer Holzwerkstatt, ein Café mit einem Gesprächskreis oder einen Freiluftgottesdienst vorstellen. Viele Möglichkeiten wird auch das Gelände des Biohofes bieten, der zurzeit in direkter Nachbarschaft entsteht. 

Blick nach vorn

Schon länger wohnen Menschen auf dem großen Vierseithof. Vor kurzem sind drei Familien mit auf den Hof gezogen, welche die Arbeit aktiv unterstützen werden. Ein großes Gebäude auf dem Hof wird im Laufe des nächsten Jahres gebaut und auch für dort werden dann Mieter gesucht, die die Idee des Mehrgenerationenhofes unterstützen und sich mit einbringen wollen. Besonders die mittlere und ältere Generation ist da im Blick, aber auch für ein bis zwei weitere Familien ist Platz. Im Laufe dieses Jahres wird noch mindestens eine kleine Wohnung zu vergeben sein, lässt Johannes Alex wissen. Da auch noch ein weiterer Gärtner oder eine Gärtnerin für den Biohof gesucht werden, findet sich ja vielleicht beides in einer Person: Ein Gärtner, der mit auf den Hof ziehen möchte.
Die zwei „Hof-Pioniere“ sind jedenfalls selbst gespannt, wie sich das Leben auf dem Mehrgenerationenhof Burtschütz entwickelt. Sie lassen wissen, dass sie jetzt vor allem Gebet brauchen, damit sie die richtigen Wege und Dinge finden, die dran sind. 


Die Erprobungsräume der EKM

Kirche mal neu denken und leben? Dazu motivieren die Erprobungsräume - eine Initiative der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Sie wollen Menschen auf neuen Wegen für Kirche und den christlichen Glauben begeistern. Denn so unterschiedlich wir Menschen leben, arbeiten und kommunizieren - so unterschiedlich darf auch Kirche als Begegnungsort sein! 

Weitere Informationen: www.erprobungsraeume-ekm.de


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Mitarbeiter Johannes Alex und Meik Franke  (C) Daniel Thieme