04.05.2020
Der erste Gottesdienst im Kirchenkreis nach 7 Wochen ohne Gemeinschaft

Die Gemeinde in Schkölen gehört zum Kirchenkreis Naumburg-Zeitz, politisch liegt der Ort aber in Thüringen, weshalb am vergangenen Sonntag bereits wieder Gottesdienst gefeiert werden durfte.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht.“ betont Steffi Krebs, Vorsitzende des Kirchengemeindeverbandes Schkölen-Zschorgula. „Wir haben lange diskutiert, hin und her überlegt, ob wir überhaupt Gottesdienst feiern sollten und wie wir die vielen Vorgaben umsetzen können.“ Am Ende waren ihr die Freude aber auch die Erleichterung über diesen gelungenen Neustart anzusehen.

25 Personen waren zum Gottesdienst in die Kirche Beatae Mariae Virginis gekommen, die Pfarrerin Constanze Lenski mit Begeisterung begrüßte. Um die Gefahr der Ansteckung so gering wie möglich zu halten, startete der Gottesdienst auf der Wiese vor der Kirche. Das schöne Wetter trug dazu bei, die etwas ungewohnte Situation zu entspannen. Stühle und Bänke wurden herangetragen und den Erfordernissen gemäß aufgestellt. So konnten Familien beieinander sitzen und andere die vorgeschriebene Distanz wahren. Auch sonst waren alle bemüht, die Abstandregeln zu beachten. Beim kontaktlosen Segen für die Geburtstagskinder waren lange Arme von Nöten.

Für die Predigt zogen dann alle einzeln in die Kirche ein. Hier bot sich sogleich ein ungewohntes Bild. Am Eingang standen eine Waschschüssel mit Wasser und Desinfektionsmittel zur Nutzung bereit. Wer seinen Mundschutz vergessen hatte, bekam eine selbstgenähte Maske zur Verfügung gestellt.

Auch der weitere Gottesdienstverlauf barg manche Abweichung vom Vertrauten. Pfarrerin Lenski ging in ihrer Predigt u.a. auf Paul Gerhardt und seine Lieder ein. Da nicht gesungen werden durfte, rezitierte sie einige Strophen, während sie auf dem E-Piano melodisch begleitet wurde. Bei den Fürbitten wurde auf die Antwort durch die Gemeinde verzichtet und der Friedensgruß wurde nur von Ferne ohne Handreichung zugesprochen.

Die Barockkirche bietet mit ihrem großen Kirchenschiff genug Raum, damit alle mit ausreichend Abstand voneinander Platz finden. „In den kleineren Kirchen werden wir keinen Gottesdienst anbieten können,“ bedauerte Constanze Lenski. Aber da wo es möglich ist, wird es Gottesdienste geben, momentan jedoch immer mit Anmeldelisten. Sollte die Zahl der Anmeldungen, die vom Land Thüringen vorgegebene Grenze von 30 Personen überschreiten, könnte ein zusätzlicher Gottesdienst angeboten werden, damit allen der Gottesdienstbesuch ermöglicht wird.

Das ist gut für die Planung des Gottesdienstes aber auch für die Vorbereitung der Predigt. „Da weiß ich schon im Vorfeld genau, für wen ich die Predigt schreibe,“ sagte Pfarrerin Lenski mit einem Augenzwinkern bei den Abkündigungen.

Sowohl Constanze Lenski als auch Steffi Krebs waren glücklich über den Verlauf des Gottesdienstes. „Wir müssen aber ein paar Dinge noch ein bisschen üben,“ resümierte die Vorsitzende des Kirchengemeindeverbands. Der Umgang mit den Desinfektionsmitteln und das Tragen der Mundschutzmasken sind gewöhnungsbedürftig. Die Erfahrungen werden jedoch nun auch helfen, um die Gottesdienste diesseits der Landesgrenze zu planen. Dafür stehen jetzt intensive Sitzungen und Gespräche mit den Gemeindeleitungen an.


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GD in Schkölen nach Shut-Down (15) ©Kirchenkreis Naumburg-Zeitz   Ilka Ißermann  GD in Schkölen nach Shut-Down (14) ©Kirchenkreis Naumburg-Zeitz   Ilka Ißermann  GD in Schkölen nach Shut-Down (4) ©Kirchenkreis Naumburg-Zeitz   Ilka Ißermann  GD in Schkölen nach Shut-Down (5) ©Kirchenkreis Naumburg-Zeitz   Ilka Ißermann  GD in Schkölen nach Shut-Down (7) ©Kirchenkreis Naumburg-Zeitz   Ilka Ißermann  GD in Schkölen nach Shut-Down (20) ©Kirchenkreis Naumburg-Zeitz   Ilka Ißermann  GD in Schkölen nach Shut-Down (19) ©Kirchenkreis Naumburg-Zeitz   Ilka Ißermann  GD in Schkölen nach Shut-Down (11) ©Kirchenkreis Naumburg-Zeitz   Ilka Ißermann  GD in Schkölen nach Shut-Down (12) ©Kirchenkreis Naumburg-Zeitz   Ilka Ißermann