Spiritualität
Unsere Lektoren - ein Schatz unserer Kirche
Vieles in unserer Gesellschaft lebt vom Engagement Ehrenamtlicher. Das ist
auch in unserem Kirchenkreis und in unseren Kirchengemeinden so.
Die Ehrenamtlichen übernehmen hier vielerlei Verantwortung, sei es, dass sie
sich um die Finanzen, die Kirchengebäude, die Friedhöfe oder die allgemeine
Verwaltung kümmern. Sie organisieren und gestalten auch das Leben in den
Kirchengemeinden und Kirchspielen. Dafür setzen sie richtig viel Zeit ein.
Dazu ist das Ganze gut evangelisch.
Das war nicht immer so. Auch bei uns wurde in der Vergangenheit in
Glaubensdingen vieles an die Pastoren delegiert. Aus Menschen, die ihren
Glauben bekennend leben, wurden so oft Konsumenten. Und es ist verlernt
worden, über den eigenen Glauben mit anderen zu reden, über ihn auch zu
streiten und ihn so zu bewahren und zu bewähren.
Eine Legende erzählt von einem Kloster, in dem nur noch eine handvoll alter
Mönche lebten. Vieles ging ihnen nicht mehr frisch und fröhlich von der Hand.
Dennoch hielten sie treu das klösterlichen Leben in Gang und lebten
Gastfreundschaft.
Eines Abends erbat ein Wanderer Quartier. Höflich und freundlich nahm er auch
an den Andachten teil. Dabei sang er mit einer schönen und kräftigen
Stimme. Gemessen daran fiel den Möchen auf, wie kläglich ihr eigener Gesang
klang. Nach einigem Hin und Her baten sie darum den Fremden, doch zu bleiben.
Der ließ sich auf den Handel ein und die ergrauten Mönche waren glücklich. So
muss es sein, dachten sie. Ihre Gottesdienste und Andachten hatten eindeutig
an Schönheit gewonnen.
Eines nachts aber erschien Gottvater dem Abt im Traum und fragte: Was ist mit
euch? Ich höre euch nicht mehr singen. Verwundert antworte der Abt, dass sie
doch extra einen (Vor-)Sänger engagiert hätten, der so schön singen könne.
Doch Gottvater antwortete: Eure Lieder haben mich immer erfreut, denn sie
kamen aus dem Herzen. Jetzt höre ich wohl den Gesang, aber er ist längst
nicht mehr so schön wie früher, als ihr selbst gesungen habt.
Unsere christliche Verkündigung und unser Gotteslob lassen sich nicht gut
delegieren. Anderenfalls geht die Lebendigkeit verloren und wir Christen
wissen kaum noch zu sagen, was für uns an unserem Glauben schön und wichtig
ist.
Unsere etwa 30 Lektoren sind darum weit mehr als "Vorleser". Sie kommen aus
den Gemeinden und wurden qualifiziert, dass sie eigenständige Gottesdienste
halten und gestalten können. Zehn der Lektoren haben sich so zurüsten lassen,
dass sie im Auftrag und Einvernehmen mit dem Superintendenten bei Bedarf auch
eigenverantwortlich das Abendmahl austeilen können.
Sie alle helfen so mit, dass die geistliche Substanz nicht verkümmert, sondern
genährt und gepflegt wird und das Gotteslob in den Gemeinden immer neu
erklingt.
Es ist schön, so etwas zu erleben. Denn jeder Christ soll ja mit seinen Gaben
ein Verkündiger der guten Nachricht von Gott und Jesus Christus sein.
Einsegnung von Lektoren im
Januar 2006 in Seena
Tagung des Lektorenvereins
in Schönburg, Sommer 2007
Lektorinnen und Lektoren des Kirchenkreises nach ihrer Beauftragung zur Verwaltung des Abendmahls am 16. Juni 2007 in Langendorf